„Das Café-Projekt zeigt eindrucksvoll, wie niedrigschwellige Unterstützung für Familien gelingen kann. Wer Hilfe braucht, soll sie unkompliziert, wohnortnah und ohne bürokratische Hürden erhalten. Hier werden Beratung, Begegnung und konkrete Unterstützung miteinander verbunden – genau dort, wo Familien sie benötigen. Als Staatssekretärin, die auch für Bürokratieabbau zuständig ist, freue ich mich besonders über Projekte, die Verwaltung einfacher und bürgernäher machen und damit den Alltag der Menschen spürbar erleichtern“, sagte die Staatssekretärin bei ihrem Besuch.
Beratung und Begegnung an einem Ort
Das Besondere am Café der kleinen Schätze: Familien erhalten ohne Termin Zugang zu Beratung und Unterstützung rund um finanzielle und soziale Leistungen. Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Behörden beraten gemeinsam vor Ort und helfen direkt bei der Antragstellung, während Kinder in einer familienfreundlichen Umgebung spielen und betreut werden. „Dieses Angebot spart Familien Zeit, Wege und bürokratischen Aufwand. Gleichzeitig schafft es einen Ort der Begegnung und stärkt die Vernetzung unterschiedlicher Beratungsangebote“, erklärte Staatssekretärin Karin Müller.
Seit dem Start des Projekts im Februar 2025 wurden bei zehn Terminen insgesamt 377 Besucherinnen und Besucher erreicht, 161 Beratungen durchgeführt und knapp 100 Anträge direkt vor Ort gestellt. Künftig soll das Angebot weiter ausgebaut werden – unter anderem durch gemeinsame Beratungen mehrerer Behörden sowie eine noch stärkere Vernetzung mit Familienhebammen und der Jugendhilfe.
„Gerade angesichts des demografischen Wandels brauchen wir familienfreundliche Strukturen, die Menschen den Zugang zu Unterstützung erleichtern und gesellschaftliche Teilhabe fördern. Das Café der kleinen Schätze verbindet die Bausteine der hessischen Demografie-Strategie mit einem gelungenen Beitrag zum Bürokratieabbau: Durch die enge Zusammenarbeit verschiedener Behörden werden Wege verkürzt, Verfahren vereinfacht und Familien konkret entlastet. So entsteht moderne Verwaltung, die den Menschen dient. Allen, die dieses beispielhafte Projekt mit großem Engagement tragen, gratuliere ich herzlich zur Nominierung für den Demografie-Preis 2026.“
Hintergrund:
Zum Projekt:
Das „Café der kleinen Schätze“ ist ein Angebot des Familienzentrums „Schatzkiste“ der Stadt Rothenburg. Es verbindet Begegnung mit einer niedrigschwelligen Sozial- und Behördenberatung. Einmal im Monat unterstützen Fachkräfte verschiedener Institutionen wie der Familienkasse, der Wohngeldstelle, des Jugendamts, der Bundesagentur für Arbeit, des Jobcenters und des Fachdienstes Migration Familien dabei, finanzielle und soziale Leistungen unkompliziert zu beantragen. Ziel ist es, bürokratische Hürden abzubauen, Familien zu entlasten und den Zugang zu wichtigen Unterstützungsangeboten nachhaltig zu verbessern.
Zum Demografie-Preis:
Der Hessische Demografie-Preis zeichnet seit 2010 innovative und nachhaltige Projekte aus, die Antworten auf die Herausforderungen des demografischen Wandels geben. Seit 2014 liegt der Schwerpunkt auf dem ländlichen Raum. Im Jubiläumsjahr „80 Jahre Hessen“ wird zusätzlich ein Sonderpreis vergeben. Über die Auszeichnung entscheidet eine Fachjury. Der Preis würdigt Projekte, die mit kreativen Ideen und lokalem Engagement Antworten auf gesellschaftliche Veränderungen geben. Er macht erfolgreiche Ansätze bekannt, regt zum Nachahmen an und stärkt damit nicht nur die ausgezeichneten Regionen, sondern den ländlichen Raum in ganz Hessen.