Zum Abschluss seiner fünftägigen Reise in die Vereinigten Staaten hat Ministerpräsident Boris Rhein am „9/11 Memorial“ der annähernd 3.000 Opfer der islamistischen Terroranschläge vom 11. September 2001 gedacht und einen Kranz niedergelegt. Bei seinem Besuch der Feuerwehrwache des New York City Fire Department (FDNY) sprach Rhein mit aktiven und ehemaligen Feuerwehrleuten. „Der 11. September 2001 hat die Welt verändert. Die Bilder der einstürzenden Türme des World Trade Centers haben sich tief in unser aller Gedächtnis gebrannt. Mein Besuch des 9/11 Memorial und die Gespräche mit den Einsatzkräften haben mir noch einmal deutlich gemacht, wie tief die Ereignisse der menschenverachtenden Terroranschläge bis heute nachwirken. Einer meiner Gesprächspartner war damals selbst im Einsatz“, sagte der Regierungschef und würdigte den Einsatz der Feuerwehrleute und Rettungskräfte: „Viele Einsatzkräfte haben damals ihr eigenes Leben riskiert, um andere zu retten. 343 Mitglieder des FDNY verloren dabei ihr Leben. Ihr Schicksal und das Schicksal aller Opfer dürfen wir nicht vergessen. Ich habe großen Respekt vor ihrem Mut und ihrem Einsatz und bin dankbar für die persönlichen Gespräche.“
Erinnerung als Auftrag, für Frieden, Freiheit und Sicherheit einzustehen
Aus dem Gedenken erwächst Rhein zufolge Verantwortung für Gegenwart und Zukunft: „Wir dürfen nicht vergessen, was an diesem Tag geschehen ist. Aber wir dürfen ebenso wenig zulassen, dass Angst und Hass unsere Gesellschaften spalten. Erinnerung verpflichtet uns dazu, unsere freiheitlichen, demokratischen Werte zu schützen“, sagte der Regierungschef und fügte an: „Freiheit und Sicherheit gehören zusammen. Unsere gemeinsame Verantwortung besteht darin, sie zu verteidigen, den internationalen Terrorismus zu bekämpfen und zugleich den gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Werte zu stärken. Die USA und Deutschland verbindet dabei nicht nur eine enge politische und wirtschaftliche Partnerschaft, sondern auch ein gemeinsames Bekenntnis zu Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten.“
Rhein zieht positive Bilanz seiner USA-Reise
Rhein zog nach fünf Tagen in den Vereinigten Staaten eine positive Bilanz seiner Reise. „In den vergangenen Tagen habe ich viele Gespräche geführt und wichtige Begegnungen gehabt. Die Reise hat einmal mehr gezeigt, wie vielfältig und eng die Verbindung zwischen Hessen und den Vereinigten Staaten ist. Hessen ist das amerikanischste Bundesland in Deutschland, die Vereinigten Staaten sind für uns ein enger Partner. Diese Verbindung reicht über einzelne Regierungen und politische Konstellationen hinaus. Sie lebt vom direkten Austausch und davon, dass wir auch bei unterschiedlichen Positionen miteinander im Gespräch bleiben. Deshalb wollen wir den Dialog fortsetzen und die Zusammenarbeit weiter ausbauen.“
In Washington, der ersten Station seiner Reise, hatte der Ministerpräsident unter anderem Mike Needham, den stellvertretenden Nationalen Sicherheitsberater der USA, und den stellvertretenden Handelsminister Paul M. Dabbar getroffen. Nach dem Treffen mit Needham, der eng mit Außenminister Marco Rubio zusammenarbeitet und die US-Sicherheitsstrategie koordiniert, hatte Rhein gesagt: „Europa muss erwachsen werden. Wir müssen uns selbst verteidigen können gegen all jene, die uns herausfordern. Wir wissen genau, dass wir unseren jahrzehntelangen Schutz vor allem der militärischen Stärke der Vereinigten Staaten verdanken. Jetzt ist es an uns, mehr Verantwortung für unsere eigene Sicherheit zu übernehmen. Echte eigene Verteidigungsfähigkeit garantieren – das ist die wichtigste Aufgabe unserer Generation.“
Wirtschaftliche Partnerschaft und Handel im Fokus
Nach dem Gespräch mit Dabbar, der auch Ehrengast der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in der Deutschen Botschaft in Washington mit rund 2700 Gästen war, hob Rhein die engen Handelsbeziehungen und die Bedeutung der Vereinigten Staaten für Hessens Wirtschaft hervor. „Die USA sind der zentrale Absatzmarkt für die hessische Wirtschaft und unser wichtigster weltweiter Handelspartner“, sagte der Regierungschef. „Hessen ist der Wirtschaftsmotor im Herzen Europas. Durch unsere Standortbedingungen fungieren wir als die Brücke zwischen dem amerikanischen und dem europäischen Kontinent. Als führendes Finanz- und Logistikzentrum Europas bietet unser Land das Fundament für amerikanische Investitionen und sichert die Stabilität globaler Lieferketten.“
Bei dem Empfang zum Tag der Deutschen Einheit hatten sich unter dem Titel „Hessen – Gateway to Europe“ auch Fraport, Merck, Rheinmetall, DE-CIX, ESA/ESOC, Focused Energy, Messe Frankfurt und Hessen Trade & Invest präsentiert. Zum Auftritt gehörte zudem der „Taste of Hessen“ mit Weinen und Produkten der Hessischen Staatsweingüter Kloster Eberbach, des VDP, der Brauerei Glaabsbräu und von MGH Gutes aus Hessen und Bembel With Care. An der Feier nahmen außer Ministerpräsident Rhein der Minister für Internationales, Manfred Pentz, Kultusminister Armin Schwarz, Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus sowie Abgeordnete hessischer Landtagsfraktionen teil.
Rhein wirbt in New York für den Finanzstandort Frankfurt
In New York, der zweiten Station seiner Reise, besuchte der Ministerpräsident unter anderem die weltgrößte Börse New York Stock Exchange (NYSE). An der Wall Street warb er für einen engeren Austausch zwischen den beiden internationalen Finanzmetropolen und für Hessen als weltweit bedeutenden Wirtschaftsstandort. Rhein, der beim legendären Läuten der 16-Uhr-Glocke („Closing Bell“) dabei war, die das offizielle Ende jedes Handelstags signalisiert, sagte: „Europäische Zentralbank, Deutsche Bundesbank, EU-Behörde zum Kampf gegen Geldwäsche und mehr als 200 internationale Banken – wer in Europa strategisch agieren will, kommt an Frankfurt nicht vorbei. Frankfurt ist als Börsenplatz das kontinentaleuropäische Gegenstück zu New York. Die Mainmetropole verbindet Finanzkraft, regulatorische Kompetenz und technologische Leistungsfähigkeit.“